„Vor 100 Jahren“ ist erschienen !

Liebe Freunde unseres Büchelsche‘s,

das Jahr 2020 ist ein Jahr, welches uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Es wird sicherlich als Corrona-Jahr in die Geschichte eingehen. Vieles in diesem Jahr war und ist außergewöhnlich. Jeder von uns bekam dies auf die ein oder andere Weise zu spüren. Viele Dinge haben an Priorität verloren. Die Sorge um die Gesundheit steht an erster Stelle. Wer hätte im letzten Jahr daran gedacht, dass ein Virus unsere gesamte Wirtschaft aus der Bahn werfen würde. Wer hätte daran gedacht, das dieses Virus die Fußball-Bundesliga stoppen würde. Ja wer hätte daran gedacht, das dieses Virus unser gesamtes kulturelles Leben zum Stillstand bringen würde.

In diesem Zusammenhang hat das Virus auch uns, den Heimat- und Geschichtsverein erwischt. Auch wir haben sofort nach Ausbruch der Pandemie all unsere geplanten Veranstaltungen abgesagt und wir werden in diesem Jahr auch keinerlei Veranstaltungen mehr durchführen. Auch die ausgefallene Jahreshauptversammlung werden wir auf das nächste Jahr verschieben. Die Gesundheit unserer Mitglieder und Besucher steht für uns an erster Stelle.

Die Absage aller Veranstaltungen betrifft natürlich auch unser Odenwaldforum. Und damit auch einen festen Bestandteil des Forums, den Bericht von Heidi Banse über die Meldungen des „Centralanzeigers für den Odenwald“ von vor einhundert Jahren. Immer am Ende eines Jahres wurden diese Meldungen in unserem „Büchelsche“ veröffentlicht. In diesem Jahr ist dies nicht so, denn Sie haben das gebundene Werk für 2020 bereits jetzt, Anfang August in ihren Händen. Ein Zeichen unsererseits, das wir, auch wenn wir momentan in der Öffentlichkeit nicht vertreten sind, dennoch im Hintergrund für unsere gemeinsame Sache arbeiten.

Stöbern Sie aufmerksam in den Berichten und schauen Sie, welche Parallelen die Jahre 1920 und 2020 aufweisen. Auch damals war von einer Pandemie die Rede. Auch damals wurden Feste abgesagt. Auch damals fielen Fußballspiele aus. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen im „Büchelsche 1920“.

Unser „Büchelsche“ umfasst in diesem Jahr 64 Seiten und ist im örtlichen Buchhandel und direkt beim Verein unter hgv@ourewald.de zum Preis von 5 Euro erhältlich.

Die Odenwälder Räuber in dritter Auflage

Soeben in dritter Auflage erschienen
Siehe >>Publikationen
Bild von Links Andreas Stephan, Otzberg, Gerdi Röske, Höchst, Thomas Heß, Rimhorn

Anfang dieses Jahres überreichte Gerdi Röske, Höchst, die Tochter der 2018 verstorbenen unvergesslichen Heimatforscherin Ella Gieg, eine CD mit der überarbeiteten Version der „Odenwälder Räuber“. Der Heimat- und Geschichtsverein Lützelbach möchte das Wissen um die Räuber wach halten. Thomas Heß, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Lützelbach und Vorstandsmitglied Andreas Stephan, Otzberg veranlassten eine dritte Neuauflage des schon länger vergriffenen Buches über die Odenwälder Räuber. Die Odenwälder Räuber sind nun wieder im örtlichen Buchhandel und unter https://shop.gendi.de/ zum Preis von 12 Euro erhältlich.
Nachdem die erste Auflage 2007 sofort vergriffen war und auch die zweite Auflage schon lange nicht mehr lieferbar ist, beschloss der Vorstand die Herausgabe einer dritten Auflage. Das von der Tochter der Autorin überarbeitete Werk mit einem Umfang von 220 Seiten und 93 Abbildungen sowie acht Übersichtskarten ist nun fertiggestellt. Das Buch beinhaltet nicht nur die Straftaten der Räuber, sondern informiert über ein Stück Sozialgeschichte zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In der Veröffentlichung wird deutlich, dass Menschen aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Missstände, also insbesondere durch Armut oder körperliche Gebrechen, zu Räubern wurden. Noch immer gelten Schinderhannes und Hölzerlips im Odenwald als die großen Räubergestalten, denen viele Straftaten in diesem Landstrich zugeschrieben werden. Die wahren Odenwälder Räuber waren, so stellte Ella Gieg klar, diese beiden nicht. Das Führungsduo der Räuber aus dem Odenwald war Johann Adam Grasmann, auf dem Weiler Bruchmühle bei Bad König geboren, und der Mümling-Grumbacher Johann Adam Heusner. Zum harten Kern zählten noch Jakob Erbeldinger aus Billings und Georg Dascher aus Steinau. Nicht nur mit den Aktivitäten der Räuber aus dem Odenwald befasst sich die Autorin. Bei Hölzerlips und Schinderhannes befasst sie sich auch mit den Anklageschriften, die für die Hölzerlips-Bande 34 Straftaten nennt, von denen aber nur drei im Odenwald begangen wurden. Im Prozess gegen die Schinderhannes-Bande standen 65 Personen wegen 53 Verbrechen vor Gericht. Grasmann musste sich für 134 und Heusner für 121 begangene Diebstähle, Einbrüche und Raubüberfälle verantworten. Die Odenwälder Räuber waren somit aktiver als die zuvor genannten Banden zusammen.